Mit seiner Petition möchte Günther Geiger erreichen, „dass sich die Politik zumindest mit dem Problem beschäftigt“. Foto: Christopher Mavrič
Protest gegen den Auto-Kreisel in der Brigittenau
Die ungewöhnliche Verkehrsführung erzeugt täglich Staus in der Wolfsaugasse. Ein genervter Anrainer will das ändern - mit einer Petition.

„Jeden Tag Stau, jeden Tag die Huperei. Mir reichts jetzt.“ Günther Geiger steht vor seinem Haus in der Wolfsaugasse und schaut auf die Autos, die sich im Schritttempo zur Birgittenauer Lände schleichen.

Nadelöhr für dem Autoverkehr

Geiger wohnt in der kleinen Gasse und die tägliche Verkehrshölle nervt ihn so, dass er jetzt eine Petition gestartet hat: Der Durchzugsverkehr werde hier „quasi durch ein Nadelöhr geschleust“, heißt es darin. Gefordert wird eine Lösung, die den Gassen abseits von Lände und Wallensteinstraße mehr Ruhe bringen.

Wie diese Lösung konkret aussehen könnte, weiß Geiger nicht. Aber er möchte, „dass sich die Politik zumindest mit dem Problem beschäftigt“.

Der ganz normale Wahnsinn

Worum geht es? Autos, die aus dem 9. Bezirk kommen und auf die Lände Richtung Nordbrücke wollen, können auf der Friedensbrücke nicht links abbiegen, sondern müssen einmal im Kreis fahren: Erst gerade aus in die Wallensteinstraße, dann rechts in die Treustraße, rechts in die Wolfsaugasse und wieder rechts auf die Lände.

Dort müssten sie eigentlich in der rechten Spur bleiben. Was aber viele Autofahrer ignorieren und Lastwagen auf Grund der engen Kurve gar nicht schaffen. Die Folge: Rückstau, Hupen, Schimpfen, der ganz normale Wahnsinn auf der Straße eben. Zudem nehmen viele Autofahrer diesen Schleichweg aus dem 20. in den 9. Bezirk und überfahren dabei die Sperrlinie auf der Oberen Donaustraße. Dieser Weg wird von den  Navis sogar als ganz legal angegeben.

Einmal rundherum: Autos, die aus dem 9. Bezirk auf die Lände wollen, müssen im Kreis fahren. Grafik: Stadt Wien / Bernhard Odehnal

„Es ist unsere Lebensqualität, die hier leidet“, ärgert sich Günther Geiger über die erzwungenen Kreisel-Fahrten. Westlich der Wallensteinstraße wurde ein Stück der Treustraße unlängst zur Fußgängerzone umgebaut, mit Bäumen und Sitzbänken. „Aber auf uns hat man vergessen“, sagt Geiger: „Da müssen Autobusse und Sattelschlepper durch die engen Gassen.“

Der Kontakt zur Politik verlief für den Bewohner der Wolfsaugasse bisher eher unbefriedigend. Von der Bezirksvorstehung bekam er die Auskunft, dass keine Änderungen an der Verkehrsführung geplant seien. Andere Parteien antworteten gar nicht.

Thema im Bezirksparlament

Die Oppositionspartei „Links“ möchte die Wolfsaugasse jetzt jedoch zum Thema in der nächsten Bezirksvertretungssitzung machen. „In unserem Antrag fordern wir entweder eine Sperre der Ausfahrt auf die Lände oder eine neue  Einbahnführung der Treustraße zwischen Wolfsaugasse und Wallensteinstraße, um keine neuen Schleichwege entstehen zu lassen - beides geht schnell und kostengünstig", sagt Links-Bezirksrat Stefan Ohrhallinger.

Kleine Gasse mit viel Verkehr: Auf dem Weg zur Lände queren die Autos auch einen Schulweg. Foto: Christopher Mavrič

Günther Geiger hat bisher knapp 50 Unterschriften gesammelt. Er hat Flugblätter an jede Haustür in seiner Nachbarschaft geklebt und hofft, dass er mehr Menschen bewegen kann, sich dem Protest anzuschließen: „Es ist das einzige, das ich im Moment tun kann.“

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