„Betreten der Baustelle verboten“ steht auf einem Schild vor dem Eingang zum Atelier Augarten. Ein fast zwei Meter hoher Bauzaun sperrt fast das gesamte Areal ab, nur ein Weg vom Eingang Scherzergasse zum Tor an der Lampigasse ist noch öffentlich begehbar.
Mehr Gastro, mehr Kultur
Seit über drei Monaten steht der Bauzaun. Dahinter sollte eigentlich der Umbau der ehemaligen Wohnung und Werkstätte des umstrittenen Bildhauers Gustinus Ambrosi beginnen. Das Atelier Augarten soll renoviert und modernisiert werden (Zwischenbrücken berichtete). Die Räume für den Gastronomiebetrieb werden erweitert, Garderoben und Sanitäranlagen in den Keller verlegt. Die Anfang des Jahrtausends erst eingerichtete Künstlerwohnung wird aufgelassen. Bauherr ist die Burghauptmanschaft, denn der Augarten steht im Besitz der Republik Österreich.
Der Umbau beginne „im ersten Quartal 2026“, hatte Burghauptmann Reinhold Sahl vergangenen Herbst im Interview mit Zwischenbrücken erklärt. Das Quartal ist nun vorüber, Bauarbeiten sind hinter dem Bauzaun aber nicht zu bemerken. Ab und zu wird der Rasen gemäht oder ein Gebäude inspiziert.
Unmut in der Nachbarschaft
Anrainerinnen und Anrainer wundern sich daher, warum das Gelände eine so weiträumige Absperrung benötigt. Gerade im Frühling und Sommer seien die Wiesen rund um das Atelier bei Besuchern besonders beliebt gewesen, sagt eine Frau aus der Nachbarschaft.
In den ersten Maitagen hat jemand einen handgeschriebenen Zettel auf den Bauzaun geklebt. Die Baustelle sei seit Monaten inaktiv und versperre „unseren öffentlichen Raum", steht da: „Wir fordern sofortige Öffnung".

Das Projekt verlaufe „planmäßig“, sagt hingegen die Pressestelle der Burghauptmannschaft: In den vergangenen Wochen habe man vor allem vorbereitende Maßnahmen und organisatorische Schritte gesetzt. Der Beginn der Bauarbeiten sei „im Laufe des Juni“ vorgesehen. Die Absperrung sei notwendig, da das Areal „derzeit nicht mehr sicher zugänglich ist. Dies dient ausschließlich der Sicherheit aller Parkbesucherinnen und Parkbesucher“, schreibt die Pressestelle.
Baubeginn erst im August?
Aus einer anderen Quelle, die nur anonym zitiert werden will, erhielt Zwischenbrücken hingegen andere Informationen: Mit den Genehmigungsverfahren und Auftragsvergaben an verschiedene Gewerke liege man deutlich hinter dem Zeitplan. Ein Baubeginn, so sagt der Mann, sei erst Anfang August realistisch.
Auf der Homepage der Burghauptmannschaft wird der Beginn der Sanierungsarbeiten immer noch mit „voraussichtlich noch 2025“ angegeben und das Ende „voraussichtlich 2027“. Sollte sich der Umbau tatsächlich um mindestens ein halbes Jahr verzögern, wäre aber auch der Eröffnungstermin kaum zu halten.

Im Interview mit „Zwischenbrücken“ hatte Burghauptmann Sahl auch eine „deutlich verstärkte Kommunikation“ angekündigt. Und das „gerade beim Atelier Augarten“. Diese Kommunikation besteht jedoch derzeit nur aus einem Schild auf dem Bauzaun: „Betreten der Baustelle verboten“.
